CIPA Symposium 2015 - Taipeh, Taiwan

Univ.Prof. Dr. Klaus Hanke, Universität Innsbruck
CIPA-Heritage Documentation, Executive Committee

 

Das 25. internationale Symposium von CIPA (ICOMOS / ISPRS Joint International Scientific Committee for Cultural Heritage Documentation) mit dem Leitthema „Filling the Gaps— Towards a Globalization Era“ fand vom 31. August bis 4. September 2015 in Taipeh, der dynamischen Hauptstadt von Taiwan (Republik China) statt.

Die Organisatoren des Symposiums boten allen Teilnehmern eine perfekte Veranstaltung, um in diesem dynamischen Land Südostasiens die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Kulturdokumentation zu diskutieren.

Für den technischen Teil des Symposiums konnte das akademische Ambiente der China Technical University (CUTE) am Stadtrand benutzt werden. Die Zahl der Teilnehmer war mit etwa 304 Personen aus 31 Ländern aus allen 5 Kontinenten sehr beeindruckend, wobei die Vertreter der Universitäten, Denkmalämter als auch aus dem kommerziellen Bereich ausgewogen vertreten waren.

Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den Kongressdirektor Professor Alex Ya-Ning Yen und dem CIPA Präsidenten Andreas Georgopoulos (Griechenland) konnten sich die Teilnehmer bei den ersten Keynote Speaches auf die fachlichen Fragen der anschließenden Tage einstimmen. ICOMOS Präsident Gustavo Araoz referierte über „Documentation: the Essential Foundation for Good Conservation“, Fabio Remondino (Präsident der ISPRS Commission V) sprach zum Thema „ISPRS and CIPA - Technology and Cultural Heritage“. Weitere Vortragende waren die Präsidentin des World Monuments Fund Bonnie Burnham, und Rohit Jigyasu, Präsident des ICOMOS International Scientific Committee on Risk Preparedness.

Univ.Prof. Dr. Peter Waldhäusl, CIPA Honorary President, wurde in diesem festlichen Rahmen für sein jahrzehntelanges Engagement für das kulturelle Erbe und letztlich auch für sein Lebenswerk mit dem neu geschaffenen „Robin Letellier Award“ ausgezeichnet (siehe Foto).

 

 

Während der Woche fanden sechs halb- oder ganztägige Workshops und Tutorials zu folgenden Themen statt: Application of Digital Technology in Cultural Heritage Conservation, Heritage Inventory & Management System, Dense Image Matching for 3D Reconstruction, Historic District, Recording, and Conservation, Preventive Conservation and Risk Management of Cultural Heritage sowie ein CIPA Workshop für lokale High School Studenten.

Das Symposium selbst verlief dann in vier Plenarsitzungen, 27 technischen und Postersessions, bei denen in insgesamt 104 Vorträgen und 52 Posterpräsentationen der aktuelle Stand der Mess- und Darstellungstechnik auf dem Gebiet der Architektur-, Grabungs- und Denkmaldokumentation gezeigt wurde. Jeweils drei herausragende Präsentationen und Posters davon wurden auf der Schlussveranstaltung mit „Best Paper bzw. Poster Awards“ ausgezeichnet. Eine Firmenpräsentation erlaubte den Teilnehmern aktuelle Messgeräte sowie universitäre und kommerzielle Softwareentwicklungen kennenzulernen und bot den zahlreichen Sponsoren Gelegenheit sich zu präsentieren.

Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Konferenz war auch diesmal der Einsatz terrestrischer Laserscanner in der Architekturvermessung, vor allem die geometrische Modellierung der aufgenommenen Objekte und die Kombination mit photogrammetrischen Daten. Andere technische Sitzungen befassten sich mit einfachen Methoden in der Architekturphotogrammetrie, der Integration von tachymetrischen Vermessungsmethoden mit digitaler Nahbereichsphotogrammetrie. Die aktuellen Entwicklungen und Anwendungen von unbemannten Flugzeugen (UAVs) zur Datenerfassung mit Kameras stellten einen weiteren sichtbaren Schwerpunkt dar. Der hohe Anspruch an detaillierte und zuverlässige Dokumentation historischer Bauten wurde dabei in allen technischen Sitzungen deutlich.

Im Zuge der Konferenz wurde eine offizielle Taipei Declaration zum Thema „Integrated Documentation and Management of Cultural Heritage” diskutiert und letztlich verabschiedet.

Ein sehr persönlicher Empfang bei der Vize-Bürgermeisterin von Taipeh in der historischen, während der japanischen Besatzung erbauten „Zhongshan Hall“ und ein exquisites Galadinner im Regent Taipei Hotel lieferten das perfekte Ambiente zum Erfahrungsaustausch und persönlichen Kennenlernen.

Eine weitere Gelegenheit um Interesse an Denkmalschutz mit Kontaktpflege zu kombinieren bot sich während der technischen Exkursionen, welche die Teilnehmer in die historische Goldabbauregion Jinguashi im Nordosten Taiwans sowie zum Fort San Domingo, Hobe Fort und zum großartigen Yinshan Temple führten.

 

Die schriftlichen Fassungen aller Vorträge, die Posters sowie Bildeindrücke des Symposiums sind auf der Kongresshomepage http://www.cipa2015.org/ verfügbar.

 

Für das nächste CIPA Symposium mit dem Schwerpunkt „Digital Workflows for Heritage Conservation“, das vom 28. August bis 1. September 2017 in Ottawa, Canada stattfinden wird, kann wieder ein interessantes Zusammentreffen erwartet werden. Der künftige Kongressdirektor und CIPA Vice-President Mario Santana von der Carleton University und sein Team laden dazu schon jetzt herzlich ein. Nähere Informationen dazu stehen bereits auf der CIPA-Homepage (http://cipa.icomos.org/).



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