2014 - Kosovo

ICOMOS Austria Auslandsaktivitäten 2014

 

Gründung einer ICOMOS Gruppe im Kosovo

 

Bei der von 10. bis 13. Oktober 2013 in Wien abgehaltenen Regionaltagung der ICOMOS Repräsentanten Südost-Europas konnte einstimmig eine Stellungnahme verabschiedet werden, die die Gründung eines ICOMOS Nationalkomitees im Kosovo empfahl, sofern dies der völkerrechtliche Status des Kosovo zuließe. Damit sollte der letzte „weiße Fleck“ auf der ICOMOS Landkarte Europas geschlossen werden.

Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr. Caroline Jäger-Klein von der Technischen Universität Wien hat diesen eindeutigen Auftrag 2014 im Kosovo konsequent weitergeführt. Am 3. Juni 2014 gab es ein erstes Treffen an der University of Business and Technology (UBT) in Prishtina, in dem neben engagierten Einzelpersonen auch die verschiedensten Denkmalpflege-Institutionen des Kosovo vertreten waren (Cultural HeritagewithoutBoders;Ministry of Culture, Youth and Sport; Institute for Monument Protection in Kosovo; University of Prishtina). Die Idee eines Nationalkomitees wurde mit großer Begeisterung auf- und angenommen. Die Rückfrage im ICOMOS Generalsekretariat in Paris ergab allerdings, dass der völkerrechtliche Status des Kosovo (noch) kein Nationalkomitee zuließe, sondern nur eine Gruppe internationaler ICOMOS Mitglieder geformt werden könne, für die die Nationalitätszugehörigkeit „Kosovo“ vermerkt ist. Dennoch erklärten sofort an die 15 Personen ihre ICOMOS Mitgliedschaft für 2015, und die Gruppe ist bis Jahresende noch weiter angewachsen (Kosovo Council for Cultural Heritage). Ein Teil der ICOMOS Kosovo Mitglieder hat übrigens seinen ständigen Wohnsitz in Österreich, fühlt sich aber selbstverständlich dem Erhalt des (bau-)kulturellen Erbes seines Heimatlandes Kosovo verpflichtet, und arbeitet bereits aktiv von Wien aus an der Agenda mit.

 

 

In einem zweiten Treffen am 5. November 2015, wiederum in Prishtina, wurden als Tätigkeitsschwerpunkte für 2015 die Erstellung eines aktuellen „Heritage at Risk“-Reports sowie erste Gedanken über eine „Tentative List“ zum Kosovo fixiert. Die durch eine Lehr- und Forschungs-Kooperation zwischen TU-Wien und UBT bereits begonnene, systematische Inventarisation des architektonischen Erbes des Kosovo wird im nächsten Jahr verstärkt vorangetrieben.Zudem ist „Bauen im Bestand“ mit dem neu in Kraft getretenen Masterstudienplan für Architektur an der UBT ab 2015 erstmals im Kosovo universitäres Pflichtfach.